{"id":6318,"date":"2017-05-05T09:23:21","date_gmt":"2017-05-05T07:23:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/?page_id=6318"},"modified":"2017-05-07T09:36:12","modified_gmt":"2017-05-07T07:36:12","slug":"aerdans-aufbruch","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/?page_id=6318","title":{"rendered":"Aerdan&#8217;s Aufbruch"},"content":{"rendered":"<p>Es war die verwirrendste Nacht seines Lebens gewesen und nun stand bereits ein Aufbruch an. Was in der Stadt zu ordnen war mu\u00dfte er Gerwald \u00fcberlassen. Sie w\u00fcrden in zwei Einheiten ausr\u00fccken: Einige der vertrauensw\u00fcrdigen Stadtwachen und die eingezogenen Zivilisten w\u00fcrden Marschall Bynstan direkt unterstellt sein und er selbst  w\u00fcrde unter Marschall Bynstan mit seinen M\u00e4nnern ins Feld ziehen. Mit was f\u00fcr M\u00e4nnern&#8230; seine Einheit blieb so intakt, wie es unter den Umst\u00e4nden m\u00f6glich war, aber noch immer war er sich bei Olwigs falschen Freunden nicht sicher, was er von ihnen zu halten hatte. Alle wollten von nichts gewu\u00dft haben und allesamt waren entsetzlich geh\u00e4ssig. &#8218;Ihr wechselt mir eure Meinung zu schnell&#8216;, knurrte er leise und ging die Namen derer durch, die seine Gruppe verst\u00e4rken w\u00fcrden. Ranulf. Sicher, was auch immer sie sich dabei gedacht hatten, ihm jetzt den Sohn eines der beiden Hauptt\u00e4ter zuzuschieben&#8230; das hatte ihm gerade noch gefehlt. Seine M\u00e4nner trauten dem nicht, ganz gleich, ob er in Hytbold auf der richtigen Seite gek\u00e4mpft hatte. Aerdans M\u00e4nner waren nicht dabei gewesen und in seinen Kopf sehen konnte niemand. &#8218;Ich stelle ihm Jurlen zur Seite, der ist solide, das wird seine Aufgabe&#8216;, dachte er, w\u00e4hrend er die Treppe zum Gef\u00e4ngnis hinabstieg. Bei zweien der M\u00e4nner dort war ihre Verwicklung zweifelhaft und sie sollten unter ihm dienen um zu beweisen, was in ihnen steckte. Ein Wachmann f\u00fchrte ihn in den Raum, in dem die beiden warteten, an Olwigs T\u00fcr vorbei. Der sah auf. &#8222;Aerdan&#8230;&#8220; Die beiden M\u00e4nner beachteten ihn nicht, sie sprachen miteinander.<br \/>\n&#8222;Aerdan!&#8220; rief Olwig, etwas lauter.<br \/>\nDie beiden verschwanden in dem Raum und kehrten etwas sp\u00e4ter mit den anderen beiden im Gefolge zur\u00fcck.<br \/>\nOlwig langte durch die Gitterst\u00e4be der T\u00fcr, um Aerdan am Arm zu fassen. &#8222;Captain, h\u00f6rt mir zu, ich&#8230;&#8220;<br \/>\nAerdan&#8217;s Blick war genug, da\u00df er schnell loslie\u00df und sich einen Schritt von der T\u00fcr zur\u00fcckzog.<br \/>\n&#8222;Ich bin nicht mehr dein Captain, Olwig. Deine falsche Wahl h\u00e4tte ich dir schnell verziehen, aber dein Versuch, mich deine L\u00fcge decken zu lassen? Das war zuviel. Was glaubst du, wen du vor dir hast? Bin ich in all den Jahren, als ich nachsichtig zu dir war, zu einer Art Witzfigur in deinen Augen verkommen, die du nach deinen W\u00fcnschen benutzen kannst? Da hast du dich get\u00e4uscht.&#8220; Damit kehrte er sich von ihm ab und ging weiter.<br \/>\n&#8222;Aber die anderen nehmt ihr doch auch mit euch&#8230;&#8220; rief Olwig aus. &#8222;Captain Jarl&#8230;, gebt mir eine Chance&#8230;&#8220; Aerdan hielt nicht an.<br \/>\n&#8222;Sir, bitte&#8230;&#8220; Aerdan h\u00f6rte die Verzweiflung in seiner Stimme, ehe der Wachmann die T\u00fcr schlo\u00df.<br \/>\n&#8222;Vielleicht&#8230; solltet ihr dar\u00fcber nachdenken?&#8220; warf einer der beiden neuen M\u00e4nner vorsichtig ein. &#8222;Seine Aussage hat mich entlastet, nachdem mir ein neidischer Nachbar \u00c4rger in die Schuhe schieben wollte.&#8220; Aerdan dachte die ganze Zeit dar\u00fcber nach. Aber es \u00e4nderte nichts daran, da\u00df er unsicher war, ob Olwig \u00fcberhaupt begriffen hatte, was er angerichtet hatte.<br \/>\n&#8222;Das stimmt&#8220;, h\u00f6rte er den Wachmann sagen. &#8222;Er ist uns ziemlich zusammengebrochen, nachdem wir ihn aus der Halle herausgebracht hatten. Naja, mit all den Leuten im Nacken&#8230; kein Wunder. Jedenfalls hat er eine ziemliche Menge an Fakten zu Protokoll gegeben, die Hauptmann Gerwald demn\u00e4chst pr\u00fcfen darf. F\u00fcr uns klang er glaubw\u00fcrdig. Scheint ihn ern\u00fcchtert zu haben, da\u00df ihr nicht bereit wart, ihn zu decken.&#8220;<br \/>\n&#8222;Gut so&#8220;, kommentierte der zweite neue Mann. &#8222;Der Kerl hatte sich das derma\u00dfen verdient&#8230; hat mich immer gewundert, da\u00df der mit seiner ekligen Art so gut durchgekommen ist.&#8220;<br \/>\nAerdan sagte nichts. Ja, er hatte es sich verdient. Hatte es ihn aber wirklich zur Besinnung gebracht? Konnte er ihm ernsthaft wieder in seiner Einheit trauen? Konnte Olwig \u00fcberhaupt jemals wieder mit diesen M\u00e4nnern zusammenarbeiten, von denen ihn die H\u00e4lfte jetzt zu Recht hasste und die andere H\u00e4lfte, seine ehemaligen Anh\u00e4nger, vorsichtig Abstand halten oder heftig gegen ihn wettern w\u00fcrde? Konnte das gut gehen? Wenn er doch nur mehr Zeit h\u00e4tte, solche Entscheidungen zu treffen. Aber sie wollten heute noch aufbrechen. So, wie der Bote geklungen hatte, w\u00fcrde es ein gr\u00f6\u00dferer Kampf sein, der ihnen bevorstand, wenn auch noch unklar war, was als N\u00e4chstes geschehen w\u00fcrde. War es richtig, einen guten K\u00e4mpfer, der darauf brannte, sich zu beweisen, im Gef\u00e4ngnis zu lassen? <\/p>\n<p>&#8218;Was tue ich hier eigentlich&#8216;, dachte Aerdan, w\u00e4hrend er vor der T\u00fcr der Lady Ides darauf wartete, zu ihr vorgelassen zu werden. &#8218;Red&#8216; dir ein, was du willst, Aerdan. Du tust das hier nicht, um einen guten K\u00e4mpfer mehr zu haben. Du willst einfach nur deinen Jungen zur\u00fcck und du willst sehen, da\u00df er daran arbeitet, sich zu \u00e4ndern. Er hat um eine Chance gebeten, und diesmal war es wirklich eine Bitte, keine Forderung oder Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Er soll seine Chance haben, wenn es die Lady zul\u00e4\u00dft.&#8216;<\/p>\n<p>Die Lady Ides h\u00f6rte ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. Auch sie hatte wenig geschlafen und wenig Zeit, Entscheidungen zu treffen. &#8222;Nun gut&#8220;, sagte sie. &#8222;Wenn ihr es wirklich mit ihm versuchen wollt dann sei es so. Aber auf eure Verantwortung, Captain.&#8220;<\/p>\n<p>Inzwischen war es Mittag und um Bynstan sammelten sich bereits die Krieger. Jurlen hatte die wenig erfreuliche Aufgabe, die Gem\u00fcter zu beruhigen, nachdem Aerdan seine Entscheidung bekannt gegeben hatte.<br \/>\nDer Wachmann im Gef\u00e4ngnis sah ihn nur kopfsch\u00fcttelnd an. &#8222;H\u00e4tte ich nicht erwartet, da\u00df ihr ihm so bald verzeiht.&#8220; &#8222;Habe ich auch nicht&#8220;, knurrte Aerdan. &#8222;Es bleibt nur keine Zeit mehr bis zum Aufbruch. Dem steht noch Einiges bevor.&#8220; Er bekam die Schl\u00fcssel in die Hand gedr\u00fcckt. &#8222;Ihr wisst ja, wo er ist.&#8220;<\/p>\n<p>Er hockte zusammengekauert auf der Pritsche und zitterte. Ein Teller Essen stand unber\u00fchrt bei der T\u00fcr. Er sah nicht einmal auf, als der Schl\u00fcssel im Schlo\u00df knirschte.<br \/>\n&#8222;Olwig.&#8220;<br \/>\nEr zuckte zusammen und richtete sich etwas auf, ihn anstarrend, aber dann schnell den Blick senkend. &#8222;Ich hatte Angst&#8220;,sagte er stockend. &#8222;Vor all den Leuten, aber am meisten vor dem, was dann wirklich geschehen ist: dass ihr euch von mir abwendet.&#8220; Seine Stimme war belegt. Er hatte geweint. &#8222;Ich brauche euch, sonst stehe ich das nicht durch&#8220;, murmelte er leise. &#8222;Ich habe doch niemanden ausser euch, Mutter und die Schwestern, sie versuchen, sich ihr Ansehen zu bewahren. Sie wollen nichts mehr mit mir zu tun haben, haben sie ausrichten lassen.&#8220;<br \/>\nAerdan seufzte und setzte sich neben ihn. &#8218;Das ist schlimm&#8216; dachte er, &#8218;&#8230;und ich verstehe deinen Kummer. Aber deine Angst&#8230; die Grundlagen daf\u00fcr hast du mit deinem Verhalten selbst gelegt. Und das ist dein Problem. Du bist dir wichtig, deine Angst, nicht ich oder andere. Und du benutzt deine Angst jetzt als Schild und Entschuldigung. Einmal mehr. Aber ich m\u00f6chte nicht, dass du untergehst. Hoffentlich ist das kein Fehler.Immerhin liegt dir noch an meiner Meinung. Das ist ein Anfang. Versuchen wir es noch einmal von da aus.&#8216;<br \/>\nSein Schweigen war bedr\u00fcckend f\u00fcr Olwig. &#8222;Ich&#8230; Ich habe getan, was Ihr mir aufgetragen habt, ich habe denen alles gesagt, aber es zu wissen hat sie nicht gerade beruhigt.&#8220;<br \/>\n&#8222;Kann ich mir vorstellen. Es tut mir leid, Junge. Vorhin war ich noch zu w\u00fctend, um dir zuzuh\u00f6ren. Jetzt bin ich hier.&#8220;<br \/>\n&#8222;Ich wei\u00df nicht einmal, wie ich euch anreden soll.&#8220;<br \/>\n&#8222;So wie fr\u00fcher w\u00e4re nicht schlecht.&#8220;<br \/>\nEin seltsamer Ausdruck trat in Olwigs Augen und verdr\u00e4ngte die Verzweiflung, die dort so \u00fcberm\u00e4chtig gewesen war. &#8222;Onkel Aerdan&#8230;&#8220; schluchzte er auf.<br \/>\nEr h\u00e4tte auch &#8218;Captain&#8216; sagen k\u00f6nnen, aber daran dachte er nicht einmal. Das, was ihm so weh getan hatte, war vor allem der Verlust von Aerdans Vertrauen gewesen, diesmal wirklich nicht seine Position in der Gruppe.<br \/>\n&#8222;Schon in Ordnung. Du hast mich um eine Chance gebeten und du bekommst sie auch.&#8220; Aerdan legte ihm den Arm um die Schultern. &#8218;Und ich hab&#8216; ihm doch bereits verziehen&#8216;, dachte er. &#8222;Aber daf\u00fcr mu\u00dft du noch etwas f\u00fcr mich tun, Junge. Ich will keine L\u00fcgen mehr und erwisch ich dich bei \u00dcberheblichkeiten haben wir beide ein Problem. Und du mu\u00dft als mein Waffenmeister weiter durchhalten. Nur in der Position wirst du in der Lage sein, dich zu behaupten. Das wird nicht leicht. Ich habe mit Chlodhere gesprochen. Zum Gl\u00fcck kann man sich auf ihn immer verlassen. Der gibt auf dich Acht, da\u00df dir keiner an den Kragen geht da drau\u00dfen. Na komm, wir m\u00fcssen los.&#8220;<br \/>\nOlwig atmete mehrmals tief durch, bis er sich beruhigt hatte. &#8222;Wirklich?&#8220;fragte er unsicher. Aerdan nickte. &#8222;Es sei denn, du traust es dir nicht zu.&#8220;<br \/>\nOlwig sch\u00fcttelte den Kopf und wischte sich \u00fcber die Augen. &#8222;Ich werde mir M\u00fche geben. Ich will euch nicht wieder entt\u00e4uschen. Nie wieder, wenn ich es vermeiden kann.&#8220;<br \/>\nAerdan klopfte ihm auf die Schulter und stand auf. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war die verwirrendste Nacht seines Lebens gewesen und nun stand bereits ein Aufbruch an. Was in der Stadt zu ordnen war mu\u00dfte er Gerwald \u00fcberlassen. Sie w\u00fcrden in zwei Einheiten ausr\u00fccken: Einige der vertrauensw\u00fcrdigen Stadtwachen und die eingezogenen Zivilisten w\u00fcrden Marschall Bynstan direkt unterstellt sein und er selbst w\u00fcrde unter Marschall Bynstan mit seinen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/?page_id=6318\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Aerdan&#8217;s Aufbruch<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":0,"parent":4507,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-6318","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/6318","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6318"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/6318\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6323,"href":"https:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/6318\/revisions\/6323"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4507"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6318"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}