{"id":4921,"date":"2016-08-23T08:27:31","date_gmt":"2016-08-23T06:27:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/?page_id=4921"},"modified":"2016-08-23T08:27:31","modified_gmt":"2016-08-23T06:27:31","slug":"unterwegs-tjoren","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/?page_id=4921","title":{"rendered":"Unterwegs &#8211; Tjoren"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Dusseliger Dreckskerl! Streng dich gef\u00e4lligst ein bischen an, sonst mach&#8216; ich dir Beine! Und du glotz nicht so! Du bist keinen Deut besser, beweg dich!&#8220; Tjoren Haldagards Stimme klang so gereizt und laut her\u00fcber, da\u00df die M\u00e4nner im Nachbarlager aufsahen. Anwine machte einen Bogen um den \u00dcbungsplatz und sch\u00fcttelte den Kopf. Er hatte eigentlich vorgehabt, einmal hin\u00fcberzugehen und ein paar Worte mit Aswig zu wechseln, aber nun verschob er das lieber. Es mochte ja durchaus unter Waffenmeistern \u00fcblich sein, die Rekruten hart dranzunehmen, aber das Repertoire an Fl\u00fcchen, die dieser Haldagard parat hatte wenn er sich erst einmal richtig ge\u00e4rgert hatte, lie\u00df auch einen gestandenen Krieger schlucken. &#8222;Ich wette, da dr\u00fcben fliegen gleich die Fetzen&#8220;, sagte der Mann, der Anwine gegen\u00fcber sa\u00df. &#8222;\u00c4xte. Heute fliegen die \u00c4xte&#8220;, sagte ein anderer. &#8222;Zu schade, da\u00df Reen Leochtmar nicht mehr her\u00fcberl\u00e4\u00dft. H\u00e4tte gern drauf gewettet.&#8220;<br \/>\nEr h\u00e4tte sein Geld verloren. Heute beherrschte sich Tjoren. Daf\u00fcr dauerte das Training lang, so lange, wie es die Lagerwachen gerade erlaubten, um eine gewisse Nachtruhe zu wahren.<br \/>\nMi\u00dfmutig entlie\u00df er seine Leute, die die Wachen dankbar ansahen und sich schnell zur\u00fcckzogen. Er selbst r\u00e4umte auf und ging dann langsam zu seinem Gep\u00e4ck, um seine Schlafmatte zu entrollen. Er fand jedoch kaum Ruhe. Als der Wachwechsel in der Nacht an ihm vor\u00fcberkam sa\u00df er noch immer mit den Ellenbogen auf die Knie gest\u00fctzt und dem Kopf in den H\u00e4nden vergraben da. &#8222;Ist etwas passiert, Tjoren?&#8220; Lorron war bei ihm stehen geblieben und setzte sich jetzt zu ihm. Um sie her wurde es d\u00fcster als die anderen mit der Fackel weitergingen. &#8222;Warum schl\u00e4fst du nicht? Die Nacht ist kurz genug.&#8220; Tjoren schnippte einen Kieselstein neben seiner Matte in die Dunkelheit und knurrte. &#8222;Ich hab&#8217;s vermasselt&#8220;, brummte er.<br \/>\n&#8222;Wovon sprichst du?&#8220; &#8222;Wovon wohl!&#8220; Seine Rechte schlug mit der Handfl\u00e4che auf dem Boden auf. &#8222;Von den Bauern und Handwerkern und&#8230; ich verstehe ja, da\u00df jeder mithelfen mu\u00df, damit da ein Heer in Minas Tirith ankommt und kein Tr\u00fcppchen, aber&#8230; das, was da aus den D\u00f6rfern gekrochen ist um des K\u00f6nigs Ruf zu folgen&#8230; voller Heldenmut, und den werden sie auch brauchen, aber ohne das geringste K\u00f6nnen! Wie auch! Ich habe aus den jungen Hitzk\u00f6pfen, die du mir zur\u00fcckgelassen hast, eine hervorragende Einheit gemacht, aber das hat Jahre gedauert, Lorron, Jahre! Ich habe keine Jahre, ich habe keine Monate, ich habe nur ein paar kurze Stunden an ein paar Tagen, und dann werden wir da sein. Und dann? Die sind nicht soweit! Selbst Daerolt und seine Leute&#8230; die haben das prima hingekriegt ihr Dorf gegen W\u00f6lfe oder den gelegentlichen Dieb zu verteidigen, die haben eine! j\u00e4hrliche \u00dcbung abgehalten&#8230; die halten sich f\u00fcr brauchbar, was es nicht einfacher macht, aber die sind wirklich schon das Beste von dem, was sich uns in Dunharg angeschlossen hat!&#8220; &#8222;Tjoren&#8230; etwas leiser&#8230; bitte. Meinst du nicht, wir alle w\u00fc\u00dften nicht um das Problem? Du bist nicht der Einzige, der sich dar\u00fcber Gedanken macht. Wir&#8230;&#8220; &#8222;Du hast keine Vorstellung. Nimm zum Beispiel diesen Ormund. Gestern hat der Mann zum ersten Mal in seinem Leben ein Schwert in der Hand gehalten. Wei\u00dft du, was er damit angestellt hat? So schnell konnte ich&#8217;s ihm kaum wegnehmen&#8230; der ist eine Gefahr f\u00fcr die Allgemeinheit mit dem Ding, da brauchen wir keine Feinde. Im Ernst. So, und was mache ich? Daheim kann ich die passende Waffe f\u00fcr jemand finden, aber hier? Das, was sie mitgebracht haben oder das, was irgendwo \u00fcbrig war. Der hatte aber nichts, und jetzt steht er mit einem Dolch und einer Schleuder da! Lorron! Ich kann ihm kein Schwert geben, nicht guten Gewissens, und was Speere angeht&#8230; Trevvis schnitzt ihm einen, wir werden sehen. Ganz ehrlich? Der wird keine gro\u00dfe Hilfe sein, wenn es losgeht, und die anderen wie er auch nicht. Eher eine Behinderung, weil wir auf sie aufpassen m\u00fcssen.&#8220; &#8222;Ich wei\u00df das, und ich mache dir mit Sicherheit keine Vorw\u00fcrfe.&#8220; &#8222;Deine Vorw\u00fcrfe w\u00e4ren mir doch wurstegal&#8230; ich mache mir selbst welche&#8230;.&#8220; Tjoren fuhr sich mit beiden H\u00e4nden durch sein von der \u00dcbung wirres Haar. &#8222;Ich sollte zusehen, da\u00df ich in der K\u00fcrze der Zeit das Beste draus mache, statt dessen verliere ich die Nerven und schreie sie an&#8230; wenn wir Trevvis und Hereward nicht h\u00e4tten&#8230; die sind die Ruhe selbst. Die geben ihnen das Gef\u00fchl, da\u00df sie das schon irgendwie schaffen k\u00f6nnen, da\u00df sie jeden Tag ein kleines bischen besser werden&#8230; ich schicke denen alle, mit denen ich nicht fertig werde. Es arbeitet ja schon jeder mit und zeigt den Neuen, wie man mit den Waffen umgeht, Alden und Gerfrith und Haram und Aswig&#8230; alle im Einsatz, alle ruhig&#8230;. und ich kann das nicht. Schei\u00dfegal ob sie jeden Tag etwas besser werden und sich dr\u00fcber freuen. Es wird trotzdem nicht reichen, nicht in einer Schlacht gegen Gegner, die ihr Leben lang nichts anderes getan haben, als zu k\u00e4mpfen! Da k\u00f6nnen sie ihre Speere festhalten, ihre G\u00e4ule vorantreiben und hoffen. Das war&#8217;s. Es kotzt mich an, ihnen etwas vorzumachen. Ich hab&#8217;s mit denen versucht, wo ich eine Chance gesehen hab, da noch etwas draus zu machen. Aber die konnten mit der Wahrheit nicht umgehen und zittern jetzt sowohl vor mir als auch vor der kommenden Schlacht.&#8220; Er schnaufte und schlug wieder hilflos mit beiden H\u00e4nden auf den Boden. &#8222;Vermasselt. Trevvis und Hereward haben mit ihrer Zuversicht mehr erreicht. Deren Jungs w\u00fcrden nicht am liebsten umkehren.&#8220; &#8222;Von deinen ist auch noch keiner umgekehrt. Und heute warst du schon ruhiger, soweit ich das geh\u00f6rt habe. Mach einfach weiter so. Wenn es losgeht steht immer einer, der wei\u00df, wie&#8217;s geht, neben einem, f\u00fcr den alles neu ist. Und ab da hei\u00dft es f\u00fcr uns alle: hoffen.&#8220;<br \/>\n&#8222;Weiter wie bisher&#8230;&#8220; wiederholte Tjoren tonlos.<br \/>\n&#8222;Ja. Du h\u00e4ttest dich nicht um sie zu k\u00fcmmern brauchen, hast du aber. Vorhin sind zwei von deinen an mir vorbeigekommen. Haben sich einen ruhigen Ort gesucht um nochmal durchzugehen, was du ihnen gezeigt hast&#8230; ohne da\u00df du sie kritisieren kannst. Sie m\u00f6gen sich f\u00fcrchten, aber du hast sie immerhin zum \u00dcben bewegt, und das tut nur, wer noch Hoffnung hegt, da\u00df es etwas bringt. Wer wei\u00df, vielleicht hilft es ihnen ja doch das entscheidende kleine bischen.&#8220; Tjoren grummelte und brummelte etwas.<br \/>\nLorron stand auf und klopfte ihm auf die Schulter. &#8222;Schlaf, sonst sind die morgen besser als du.&#8220;<br \/>\n&#8222;Von wegen&#8230;.&#8220; murmelte Tjoren, legte sich aber dabei zur\u00fcck und rollte sich ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Dusseliger Dreckskerl! Streng dich gef\u00e4lligst ein bischen an, sonst mach&#8216; ich dir Beine! Und du glotz nicht so! Du bist keinen Deut besser, beweg dich!&#8220; Tjoren Haldagards Stimme klang so gereizt und laut her\u00fcber, da\u00df die M\u00e4nner im Nachbarlager aufsahen. Anwine machte einen Bogen um den \u00dcbungsplatz und sch\u00fcttelte den Kopf. 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