{"id":4901,"date":"2016-08-10T15:22:31","date_gmt":"2016-08-10T13:22:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/?page_id=4901"},"modified":"2016-08-15T15:22:33","modified_gmt":"2016-08-15T13:22:33","slug":"in-den-hoehlen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/?page_id=4901","title":{"rendered":"In den H\u00f6hlen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Geol war hundem\u00fcde und bewegte sich langsam. Erst vor Kurzem waren die ersten zu ihnen gekommen, die berichteten, wie es dem K\u00f6nig ergangen war. Sie hatten&#8230; gesiegt? Aber wie&#8230;? Die Berichte waren noch wirr. Er konnte nur ahnen, wie es dem jungen Hamnath erging und hoffte, da\u00df er ihn bald w\u00fcrde \u00fcberreden k\u00f6nnen, die Arbeit eine Weile ruhen zu lassen und zu schlafen.<br \/>\nSie hatten \u00fcberlebt&#8230; die Anspannung wich, und wieder k\u00e4mpfte Geol gegen die Ersch\u00f6pfung. Er seufzte. Die Arbeit ruhen lassen&#8230; noch war das unm\u00f6glich. Schon wagten es die ersten, die H\u00f6hlen zu verlassen. Sie brachten Verletzte mit, die die H\u00f6hlen verteidigt hatten.<br \/>\n&#8222;Zuerst die Schwerverletzten, die anderen warten bei den Betten dort dr\u00fcben&#8230;&#8220; Selbst in seinen eigenen Ohren klang seine Stimme mechanisch. Zum Gl\u00fcck waren sie nicht allein hier. Und au\u00dfer den Heilern der Burg blieben einige bei den Freunden, die sie gebracht hatten, und halfen mit, sie zu versorgen. Jetzt war der Kampf vor\u00fcber, jetzt war das m\u00f6glich.<br \/>\nHamnath stolperte und fing sich gerade noch an einem der Bettpfosten ab. F\u00fcr einen Moment verschwamm seine Umgebung vor seinen Augen. &#8218;Nur einen Moment&#8230;&#8216;, er schloss kurz die Augen, riss sie aber sogleich wieder auf. Nein, wenn er erst damit anfing, w\u00fcrde er noch im Stehen einschlafen. &#8218;Nimm dir ein Beispiel an Meister Taernedden. Er scheint unerm\u00fcdlich zu sein. Rei\u00df dich also zusammen. Wenn es wahr ist, was die Leute sagen, dann werden bald noch mehr Verletzte kommen.&#8216; Er wusste nicht, ob es die Wahrheit war, dass sie gesiegt haben sollten&#8230; es war noch zu frisch, dass er fest geglaubt hatte, diese Nacht nicht zu \u00fcberleben, als dass er sich jetzt an die bange Hoffnung klammern mochte, dass sie es geschafft hatten. Er \u00f6ffnete die Augen und richtete sich auf, bevor Geol ihn noch so sah. Der n\u00e4chste Verletzte wartete schon.<br \/>\nGeol l\u00e4chelte den Krieger vor sich freundlich an, sch\u00fcttelte aber innerlich den Kopf, als er sich umwandte. &#8218;Ein Wald steht vor dem Deich, der hat die Orks gefressen&#8216;, hatte der Verletzte gesagt. Er fragte sich besorgt, was dort geschehen war. Aber immerhin&#8230; die, die ihn gebracht hatten, hatten doch&#8230; normal gewirkt.<br \/>\nGeol betrachtete Hamnath, der kurz gegen einen Pfosten gelehnt hatte. &#8218;Wenn sie da drau\u00dfen bereits dem Wahnsinn anheim fallen, dann sollte ich dich wirklich bald aus dem Verkehr ziehen. Es gibt Geschichten, die du jetzt nicht brauchst.&#8216;<br \/>\nHamnath befestigte den Verband und sprach ein paar beruhigende Worte zu dem Mann vor sich auf dem Lager. Er war zu m\u00fcde, um noch irgendeinen Sinn in das Gestammel zu bringen, dass dem Krieger keine Ruhe lie\u00df. Mit fast mechanischen Bewegungen go\u00df er einen kleinen Schluck in eine Tasse und gab sie dem Mann zu trinken. Es w\u00fcrde ihn zumindest etwas zur Ruhe bringen, wie er hoffte.<br \/>\nHamnath richtete sich auf und streckte sich, irgendein Wirbel in seinem R\u00fccken knackte, als er in die richtige Lage zur\u00fccksprang. Sich den R\u00fccken haltend sah der junge Heiler sich um, wer der N\u00e4chste sein mochte.<\/p>\n<p>Tjarn schwankte unter der Last, die er trug, und sah sich hastig um. Seit sie Truston aus dem Gang geholt hatten, in dem er die Kinder verteidigt hatte, war er noch nicht wieder richtig zu Bewu\u00dftsein gekommen. Tjarn und Henwen hatten sich um ihn gek\u00fcmmert so gut sie vermochten, aber es war deutlich, da\u00df das nicht ausreichend war. Sobald es m\u00f6glich gewesen war, hatte Tjarn seinen Sohn aus den H\u00f6hlen heraus und zur Burg getragen, hoffend, dort noch irgendwelche Heiler anzutreffen. Man hatte ihn hierher gewiesen. Endlich. &#8218;Wohin&#8230;?&#8216; fragte er den ersten, den er sah, denn schon entglitt der Junge seinem Griff. Tjarn war nicht mehr der J\u00fcngste.<br \/>\nHamnath sah den \u00e4lteren Mann unter seiner Last schwanken und den Bewusstlosen aus seinem Griff verlierend. So rasch er konnte eilte er zu ihm um mit zuzupacken. Er deutete auf eine der letzten freien Lagerst\u00e4tten und ohne gro\u00dfe Worte schleiften sie gemeinsam den jungen Mann hin\u00fcber. Kaum dass er auf dem Lager lag, versuchte Hamnath sich einen \u00dcberblick \u00fcber die Verletzungen zu&#8230; bekommen. Absch\u00fcrfungen und Prellungen, einge Schnittwunden. Doch vor allem schien der Kopf etwas abbekommen zu haben, der notd\u00fcrftige Verband war bereits durchgeblutet.<br \/>\nTruston murmelte etwas Unverst\u00e4ndliches.&#8216;<br \/>\n&#8222;Er&#8230; er hat gegen mehrere Orks gek\u00e4mpft&#8230; als sie ihn schlie\u00dflich gefunden hatten&#8230; hat sie von den Kindern weggelockt&#8230; das war schon in der Nacht, und seitdem&#8230;&#8220; Tjarn klang verzweifelt, als er dem jungen Mann erkl\u00e4ren wollte, was geschehen war. Er f\u00fchlte sich etwas hilflos. &#8222;Kann ich etwas tun?&#8220; wollte er wissen.<br \/>\nHamnaths Verstand filterte die wichtigen Informationen aus den Worten des Mannes heraus, dessen Sorgen \u00fcberdeutlich war. Schon seit der Nacht also. &#8222;Ist er vorher wach gewesen? &#8220; Jetzt zumindest war der junge Mann kaum mehr bei Bewusstsein.<br \/>\n&#8222;Kaum. Er hat kaum erkannt, da\u00df wir ihn in Sicherheit gebracht hatten.<br \/>\nBesorgt untersuchte Hamnath ihn weiter. Er hatte einige Verletzungen, die wohl von den Orks stammen mochten, doch hatte er mehr Gl\u00fcck gehabt als andere. Keine von diesen war lebensbedrohlich. Nur die Kopfwunde machte ihm Sorgen.<\/p>\n<p>Geol blinzelte mehrmals. Er hatte jemanden in seinem R\u00fccken mit Hamnath sprechen h\u00f6ren, hatte auch die Worte geh\u00f6rt, aber erst jetzt, als er mit dem Verletzten fertig war, der ihn bis eben besch\u00e4ftigt hatte, erkannte er, zu wem die Stimme geh\u00f6rte.<br \/>\n&#8222;Tjarn? Tjarn&#8230;.&#8220; Er fuhr zu ihm herum um zu sehen, wen Trevvis&#8216; Vater hergebracht hatte.<br \/>\n&#8222;Hauptmann Taernedden&#8230;? Aber&#8230; wo&#8230; kommt ihr jetzt her nach all der Zeit? Seid ihr auch verletzt?&#8220;<br \/>\n&#8222;Nein. Ersch\u00f6pft, aber unverletzt, Meister Sigurdson.&#8220; Er beugte sich \u00fcber das Bett und fragte Hamnath, welche Verletzungen es gab, sich aber bereits selbst ein Bild machend. Hamnath teilte seinem Meister seine Einsch\u00e4tzung mit, w\u00e4hrend er bereits Verb\u00e4nde von einem klienen Tisch heranholte.<br \/>\nTjarn runzelte die Stirn. &#8222;Ich hatte gehofft, da\u00df hier ein richtiger Heiler&#8230;<br \/>\nGeol sah nicht einmal auf. &#8222;In der Zeit, in der ihr mich nicht gesehen habt, bin ich ein solcher geworden. Woher hat Truston diese Kopfwunde? Orks\u00e4bel?&#8220;<br \/>\n&#8222;Die, die wir schlie\u00dflich erlegt haben, trugen schwere Keulen.&#8220;&#8218;<br \/>\n[Gef\u00e4hrten] Geol: &#8218;Geol nickte. Eine Keule war schlimm genug, trug aber meist nicht gar soviele Spuren fr\u00fcherer K\u00e4mpfe, die eine Wunde verunreinigen konnten.<br \/>\nHamnath sch\u00e4tzte die ben\u00f6tigte L\u00e4nge ab und schnitt einen neuen Verband f\u00fcr den Kopf zurecht. &#8222;Dann hat er Gl\u00fcck gehabt.&#8220; Hamnath hatte die Nacht bereits mehr als gunug schlimmere Wunden gesehen. Wo alle ihre Bem\u00fchungen umsonst gewesen waren.<br \/>\nTjarn schaute nicht drein, als glaube er diesbez\u00fcglich an &#8218;Gl\u00fcck&#8216;. Er knete nerv\u00f6s die Finger der rechten Hand.<br \/>\n&#8222;Meister Sigurdson&#8230; ihr habt alles getan, wir tun alles&#8230; aber gerade jetzt gibt es nichts, da\u00df ihr weiter tun k\u00f6nntet. Ich wei\u00df nicht, wie es um eure Familie steht. Wollt ihr zu ihnen zur\u00fcckkehren oder lieber hier warten, da\u00df Truston zu sich kommt?&#8216;<br \/>\nAus seinen Gedanken aufgeschreckt blickte ihn Tjarn an. &#8222;Ist&#8230; ist Trevvis auch hier?&#8220; fragte er z\u00f6gernd.<br \/>\nHamnath wusch die Wunde aus und versorgte sie, nur mit einem Ohr dem Gespr\u00e4ch der beiden zuh\u00f6rend. Der junge Mann hatte unwahrscheinliches Gl\u00fcck gehabt, den Schlag \u00fcberlebt zu haben, doch das wollte er dem Mann jetzt so nicht sagen. Alles andere musste sich zeigen.<br \/>\nTruston st\u00f6hnte leise.<br \/>\nGeol sch\u00fcttelte den Kopf. &#8222;Er ist nicht unter den Verletzten. Zuletzt war er bei Lorron auf der Mauer. Ich nehme an, sie sind noch drau\u00dfen.&#8220;<br \/>\nTjarn Kopf fuhr herum, zu einem der wenigen Fenster. Nat\u00fcrlich konnte er nichts daraus erkennen. Er zitterte leicht.<br \/>\nGeol konnte ihm leider nichts anderes sagen. &#8222;Setzt euch, Meister. Wir werden von ihnen h\u00f6ren.&#8220;<br \/>\nBei Erw\u00e4hnung von Trevvis sah Hamnath nun doch auf. Der Trevvis, der sich um Dedhros und ihn gek\u00fcmmert hatte? Er hatte noch keinen von ihrer Einheit hier wieder gesehen&#8230; und daf\u00fcr war er zum Einen dankbar&#8230; zum Anderen&#8230; wollte er nicht dar\u00fcber nachdenken&#8230; Er hoffte, dass alle noch am Leben waren. Und unversehrt.<br \/>\nGeol bemerkte Hamnaths nachdenklichen Blick. &#8222;Truston ist der Bruder von Trevvis, Hamnath&#8220;, erkl\u00e4rte er ihm. &#8222;Magst du seinem Vater nicht zeigen, wo er hier helfen kann, w\u00e4hrend er wartet?&#8220;<br \/>\n&#8222;Oh, uh, ja, nat\u00fcrlich.&#8220; Hamnath erhob sich vom Bettrand und sah sich kurz suchend um. Er wusste nicht, was er voraussetzen konnte an Fertigkeiten, daher entschied er sich f\u00fcr leichtere Aufgaben, die kein Wissen voraussetzten. Nach einigem \u00dcberlegen f\u00fchrte er ihn zu einem Tisch, wo der deutlich geschrumpfte Vorrat an Stoffen darauf &#8218;wartete, zu Verb\u00e4nden verarbeitet zu werden.<br \/>\nTjarn blickte unschl\u00fcssig auf seinen Sohn, dann Geol an: &#8222;Ich wei\u00df, ihr haltet nicht viel von ihm. Aber&#8230;er hat dies nicht verdient! .. bitte&#8230;&#8220;<br \/>\nGeol legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter und sah ihn ernst an. &#8222;Ihr kennt mich. Ich lasse niemanden fallen, der gerettet werden kann. Was ich nicht wei\u00df, wissen andere. Wir werden um Truston k\u00e4mpfen. Und nun, bitte, folgt Hamnath.&#8220;<\/p>\n<p>Geol war froh, Tjarn neben Hamnath stehen zu sehen und k\u00fcmmerte sich wieder um die Aufgaben, die anstanden.<\/p>\n<p>In seinen Tr\u00e4umen irrte Truston noch immer durch die verzweigten G\u00e4nge. Die Ger\u00e4usche der Verfolger wurden ebenso verzerrt wie seine Versuche, wie eine ganze Gruppe von verschiedenen Kriegern zu klingen, die voller Tatendrang auf Orksjagd waren.<br \/>\nManchmal gar erwischte er sich dabei selbst daran zu glauben, dass da noch irgendjemand sonst war, der gegen die Orks stand, wenn ein Echo besonders nachhaltig widerhallte. Sein Kopf schmerzte, dem letzten Ork war er nur knapp entronnen. Die Keule hatte ihn am Kopf gestreift, doch der Triumpfschrei des Orks, als Truston strauchelte, war in einen Laut der Angst umgeschlangen, als der Fels unter seinen F\u00fc\u00dfen br\u00f6ckelte und wegbrach. Er hallte die ganze lange Zeit nach, bevor er endlich verstummte. &#8218;Das war ein langer Fall&#8216;, dachte Truston&#8230; &#8218;was wohl da unten auf ihn wartete&#8230;&#8216;<br \/>\nEr hatte sich schwankend aufgerappelt und w\u00e4re beinahe hinterher gest\u00fcrzt.<br \/>\nDie Begleiter des Orks waren vor\u00fcbergehend verstummt. Offenbar hatte der Todesschrei sie zumindest vor\u00fcbergehend den Mut gekostet. Truston unterdr\u00fcckte mit M\u00fche ein Kichern. &#8218;Das war wohl selbst f\u00fcr die hartgesottenen Biester zuviel&#8230;&#8216; Er sah sich um, wohin sollte er sich jetzt wenden. Er durfte die Verfolger nicht abh\u00e4ngen oder zulassen, dass sie vor Angst fl\u00fcchteten. Zu leicht best\u00e4nde die M\u00f6glichkeit, dass sie einen anderen Gang zu den H\u00f6hlen mit den Kindern f\u00e4nden. Seine Suchaktionen der letzten Tage kamen ihm zugute, und er beschrieb einen Bogen, um den Orks, die sich von der Stelle, wo ihr Anf\u00fchrer gestorben war, zu entfernen schienen, den Weg abzuschneiden. Diesmal bewegte er sich leise, um sie nicht zu erschrecken und noch schneller fortzutreiben. Er hatte zunehmend M\u00fche sich auf den Beinen zu halten und seine Sicht verschwamm immer \u00f6fter.<br \/>\nSeltsamerweise vernahm er trotzdem immer wieder Laute, die klangen, als w\u00e4ren andere hier in den H\u00f6hlen unterwegs, doch vermochte er nicht zu entscheiden, ob nicht doch nur seine Wahrnehmung ihm zunehmend Streiche spielte.<br \/>\n&#8218;Es mag dennoch wahr sein, die Kinder haben sicher die H\u00f6hle erreicht und die anderen gewarnt.&#8216; Er glaubte fest daran. Die \u00e4lteren der kleinen Gruppe von Erkundern w\u00fcrden die Frauen und die W\u00e4chter gewarnt haben. Aber ob sie w\u00e4hlen w\u00fcrden, ihm in die G\u00e4nge zu folgen oder lieber den H\u00f6hleneingang zu verteidigen, wusste er nicht.<br \/>\nAls er vor sich Stimmen h\u00f6rte, atmete er auf, f\u00fcr eine kurze Weile, die er sich durch das Halbdunkel der Gliterzenden Grotten gek\u00e4mpft hatte, hatte er bef\u00fcrchtet, die Orks verloren zu haben. Doch da waren sie nun, zusammengerottet, und sprachen erregt miteinander, ihre kehligen Stimmen klangen \u00e4ngstlich. Er schlich n\u00e4her und lauschte. Wild durcheinander gingen die Mutma\u00dfungen und Anschuldigungen in der Gruppe. Die einen wollten nicht mehr weiter ob der Menge Feinde und lieber fliehen, die anderen drohten damit die Angsthasen zu t\u00f6ten.<br \/>\nTruston klammerte sich an einen Felsen um sich aufrecht zu halten und h\u00e4tte beinahe laut gelacht. Er sp\u00fcrte, wie ihm die Wirklichkeit entfloh. Alles drang nur noch wie in Watte an sein Ohr und seine Sicht war verschwommen. &#8218;So ist das also, wenn man stirbt.&#8216; Er war erstaunt, keine Angst zu haben. &#8218;Auf zum gro\u00dfen Finale also.&#8216; Er war auf dem Weg hierher an einem geeigneten Ort vorbei gekommen.<br \/>\nMit zunehmender M\u00fche verfolgte er seine Schritte zur\u00fcck bis zu der H\u00f6hle, wo der Boden uneben war und unter seinen leichten Schritten knirschte und leicht nachgab. Er ahnte mehr die H\u00f6hle unter ihm als dass er sich ihrer wirklich bewusst war. Die schweren Orks mochten genug sein, um diesen Teil einst\u00fcrzen zu lassen.&#8216;<br \/>\nNach kurzen Vorbereitungen postierte er sich und ahmte Kinderstimmen nach, die verzweifelt um Hilfe riefen. Er baute darauf, dass selbst ver\u00e4ngstigte Orks diesem Lockvogel nicht w\u00fcrden widerstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein seltsames Geheul war durch die G\u00e4nge geschallt. Aswig hatte aufgehorcht. Als er es wieder und noch einmal h\u00f6rte, war er sich sicher: dies waren keine Orks. &#8222;Haram&#8230; h\u00f6rst du das?&#8220; Haram knurrte, immer noch die Richtung pr\u00fcfend, damit sie sich nicht verirrten. &#8222;Ja. Klingt nach Trevvis&#8216; kleinem Bruder.&#8220;<br \/>\nAswig schnaufte, als er seinen Eindruck best\u00e4tigt bekam.&#8220; Beide sahen sich an. &#8222;Kann das sein?&#8220;<br \/>\nHaram zuckte mit den Schultern. &#8222;Lass es uns herausfinden. Ich kenne nichts, was sonst solche Ger\u00e4usche macht.&#8220;<\/p>\n<p>Sie kamen jedoch nicht weit. Das Getrappel rennender F\u00fc\u00dfe vor ihnen wurde lauter, und dazu kam der kehlige Laut eines rufenden Orks. Ihnen entgegen, in wilder Flucht, kamen zwei der Kreaturen, offenbar getrennt vom Rest der Horde, nach den anderen br\u00fcllend.<br \/>\nSie lauerten ihnen auf und erlegten sie. Als sie sich danach aufrichteten war es beinahe still in den H\u00f6hlen.<br \/>\nNur einige verwirrende Echos schienen von hier oder dort zu kommen, es war unm\u00f6glich, sie zuzuordnen, ja, sie \u00fcberhaupt richtig wahrzunehmen. &#8222;Was nun?&#8220; fragte Aswig. Haram zuckte mit den Schultern. &#8222;Weiter in die Richtung, aus der die gekommen sind. Mal sehen, wo die anderen sich rumtreiben.<br \/>\n&#8222;Verflucht!&#8220; zischte Haram, als er vor sich das laute ver\u00e4ngstigte Weinen von Kindern vernahm. Aswig war bereits vorangest\u00fcrmt&#8230;<\/p>\n<p>Truston hatte ein altes Lager auf dem Weg gefunden und die zerfallenden Decken und einige andere Dinge zusammen gerafft und vor dem instabilen Bereich der H\u00f6hle bei ein paar Felsbrocken zurechtgelegt, so dass sie wie eine kleine Gruppe zusammen gekauerter Kinder aussehen mochten im Wechselspiel von Licht und Schatten hier in den H\u00f6hlen. Er suchte sich einen guten Platz und lie\u00df erneut ein verzweifeltes Kinderweinen h\u00f6ren, dass sich langsam in die H\u00f6he schraubte. Es hallte durch die G\u00e4nge wider, doch diesmal wurde es begleitet von den Ger\u00e4uschen schwerer eisenbeschlagener Stiefel. &#8218;Ich hoffe, unsere Leute gehen mir diesmal nicht auf den Leim&#8230;&#8220;<br \/>\nEr lie\u00df das Weinen in ein Wimmern \u00fcbergehen, kurz bevor die Orks aus dem Gang kamen, von wo er sie erwartet hatte. Still hockte er da und lie\u00df sie vorbeiziehen. Kurz hatten sie gestutzt, doch ihr Jagdinstinkt war offenbar wieder erwacht und die Aussicht auf leichte Beute lie\u00df sie unvorsichtig werden.<br \/>\nTruston wusste, dass ihm nicht viel Zeit blieb. Sobald die ersten die List erkannten, w\u00fcrde er Schwierigkeiten bekommen&#8230;<br \/>\n&#8218;La\u00dft mich noch solange durchhalten&#8230;&#8216; dachte er, die Hand an den Felsen geklammert und sich leise hochziehend, nachdem der letzte der Orks an ihm vorbei war.<br \/>\nNoch immer in Deckung, doch sprungbereit sammelte er die letzte Kraft und stie\u00df ein wahrhaftig schauerhaftes Geheul aus. Er hatte sich einen vermoderten Umhang umgeh\u00e4ngt und einen Helm mit einem abgebrochenen Horn, doch im Halbdunkel w\u00fcrde dies seine Erscheinung nur noch schauerlicher machen.<\/p>\n<p>Aus dem Dunkel eines kleineren Seitengangs auftauchend sahen Aswig und Haram die Bewegung eines flatternden Umhanges, als ein Krieger vor ihnen sich br\u00fcllend vorw\u00e4rts st\u00fcrzte.<br \/>\nWenn sie nicht geahnt h\u00e4tten, wer unter diesem Umhang verborgen war, h\u00e4tte sie dieser Anblick sicher erfreut&#8230; so jedoch beeilte sich Aswig, der wendiger als der gro\u00dfe Haram war, aus dem schmalen Gang heraus und dem Mann hinterher zu kommen.<\/p>\n<p>Wild zischten die verrosteten S\u00e4bel, die er unterwegs aufgelesen hatte, durch die Luft. Er hatte nicht im Mindesten die Hoffnung, damit dicke Orkhaut zu verletzten, doch mussten nur gen\u00fcgend der Kreaturen den instabilen Teil des H\u00f6hlenbodens betreten, um ihn zum Einsturz zu bringen, zumindest hoffte er das&#8230; f\u00fcr etwas anderes war es eh zu sp\u00e4t.<\/p>\n<p>Der gro\u00dfe Ork, der sich gerade bei dem Haufen Lumpen niedergebeugt und diesen mit seinem Schwert durchbohrt hatte, fuhr ebenso auf, wie die anderen kleineren hinter ihm. Er wollte die feige Bande, die sich hinter ihm dr\u00e4ngelte schon w\u00fctend zurechtweisen als die feigen und unf\u00e4higen Maden, die sie waren, als ein wahrhaftiges Schauergeheul die ganze H\u00f6hle erf\u00fcllte und mit einem Mal der Schatten einer riesigen verunstalteten Gestalt \u00fcber sie fiel. Kurz fielen ihm wieder all die Geschichten ein, die unter ihren St\u00e4mmen \u00fcber dieses Gebirge erz\u00e4hlt wurden.&#8216;<br \/>\nDann rempelten ihn schon die ersten an, die vor der Gestalt zur\u00fcck zur H\u00f6hlenmitte wichen. Sein Fluch ging im Bersten von Fels unter. Unter ihm brach der Boden ein und ri\u00df ihm mit sich. Die kleineren Orks, die sich feige zur\u00fcckgehalten hatten, nun aber der neuen Gefahr zu entfliehen versuchten, st\u00fcrzten nach allen Seiten davon, die weg von der Gestalt f\u00fchrten, doch der Boden, einmal angebrochen, brach auf immer weiterer Breite ein und ri\u00df neue Spalten auf.<\/p>\n<p>Truston strauchelte, als der Boden erbebte, versuchte zu stoppen, doch sein Schwung trug ihn vorw\u00e4rts.<\/p>\n<p>Aswig h\u00f6rte den Fels brechen, sah den Mann wanken und wu\u00dfte, da\u00df er schnell sein mu\u00dfte. Er sprang vor. Instinktiv lie\u00df er das Schwert fallen und streckte beide Arme aus um zuzupacken, als er sah, wie der Mann im Umhang bereits abzurutschen begann. Hart landete Aswig auf dem Felsboden, als er nach dem Sprung aufkam, und sein Kinn schlug gegen den Stein, denn er konnte sich nicht abfangen. Aber er hatte den Umhang zu fassen bekommen.<br \/>\nEr hoffte nur, da\u00df der Boden nicht weiter brechen w\u00fcrde. Gut, da\u00df er lag. Er h\u00f6rte den zerschlissenen Stoff in seinen H\u00e4nden rei\u00dfen. Entsetzt packte er nach. &#8222;Haram!&#8220; schrie er. &#8222;Hilf mir, ich kann ihn allein nicht hochziehen!&#8220;<br \/>\nAuch Haram war nun heran, trat aber nur vorsichtig n\u00e4her an die Kante. &#8222;Mach schnell!&#8220; Aswig keuchte.&#8220; Haram sagte nichts, beugte sich herab und griff nach den Armen des Mannes in Aswigs H\u00e4nden. &#8222;Zieh mit&#8220;, sagte er dann. Erst, als sie alle ein paar Schritte von der Kante entfernt waren wagte es Aswig, den Umhang loszulassen. &#8222;Da\u00df dies alte Ding \u00fcberhaupt gehalten hat&#8230;&#8220;<br \/>\n&#8222;Es ist Truston&#8220;, best\u00e4tigte Haram seufzend. &#8222;Er lebt, aber&#8230;&#8220;<br \/>\nTruston war die Luft weggeblieben, als der Boden auch unter seinen F\u00fc\u00dfen wegbrach und er sich f\u00fcr den Bruchteil eines Augenblicks im freien Fall wiedergefunden hatte, bevor der alte Umhang, den er sich um Schultern Hals und Kopf geschlungen hatte, sich pl\u00f6tzlich wie eine Schlinge zuzog und er hart gegen die Felswand knallte, als etwas sein Sturz beendete. Er r\u00f6chelte, und seine eh schon schwummerige Sicht wurde noch verschwommener. Etwas zerrte an ihm, er schrappte \u00fcber unregelm\u00e4\u00dfige Felskanten. Da war noch etwas neben dem Ger\u00e4usch von fallenden Steinen, doch das Rauschen seines Blutes in seinen Ohren \u00fcbert\u00f6nte alles. Er f\u00fchlte seine Kr\u00e4fte schwinden. Als das Ziehen und Zerren nachlie\u00df, sah er undeutlich einen helleren Flecken \u00fcber sich, der sich nur langsam in Aswigs Gesicht verwandelte. \u00c4lter und b\u00e4rtiger als er ihn zu Lebzeiten in Erinnerung hatte. Doch irgendwie fand Truston den Anblick passend. Er wollte lachen, doch er bekam nur ein heiseres R\u00f6cheln zustande Er setzte noch einmal an. Aus den Augenwinkeln sah er ein zweites Gesicht auftauchen, und ohne eine Spur des Zweifels wusste er, dass es Haram war. Er l\u00e4chelte: &#8222;Ich h\u00e4tte mir denken k\u00f6nnen, dass ich euch hier sehe&#8230; im Tod wie im Leben \u00fcber die Lebenden wachend&#8230;&#8220; Es fiel ihm zunehmend schwerer zu sprechen und einen klaren Gedanken zu fassen. &#8222;Nur irgendwie dachte ich, dass Geister nicht so mitgenommen aussehen sollten&#8230;&#8220; Seine Stimme wurde leiser und erstarb schlie\u00dflich ganz, als sein Bewusstsein schwand.<\/p>\n<p>Aswig blickte entsetzt und hilfesuchend zu Haram, der bereits dabei war, ein St\u00fcck Stoff mit dem kalten Wasser zu befeuchten, das hier stellenweise von den Steinen tropfte. &#8222;Wir m\u00fcssen das k\u00fchlen, und wir m\u00fcssen ihn hier herausschaffen, aber ohne das Ganze zu verschlimmern&#8220;, sagte der, ganz praktisch denkend.<br \/>\n&#8222;Er h\u00e4lt uns f\u00fcr Geister&#8230;&#8220; &#8222;Ich hab&#8217;s geh\u00f6rt, Aswig. Hier, halt das mal.&#8220;<br \/>\nAswig griff nach dem Stoff uns legte ihn vorsichtig auf die Wunde. &#8222;Er&#8230; er hat diese ganzen Orks&#8230; diese ganze Bande&#8230;&#8220; Haram seufzte abwesend, nach Aswigs Schwert greifend, um den alten Mantel zurechtzustutzen. &#8222;Ja, hat er. H\u00e4tte ich ihm auch nie zugetraut.&#8220;<br \/>\n&#8222;Stirbt er uns?&#8220; platzte es nun aus Aswig heraus, der mit der Schwere der Kopfverletzung doch \u00fcberfordert war.<br \/>\nHaram nahm den Mantelfetzen an zwei Enden. &#8222;Nicht, wenn wir ihn schnell dorthin bringen, wo man sich in Ruhe um ihn k\u00fcmmern kann. Fass mit an, wir nutzen das Ding als Tragetuch. Es scheint stabiler zu sein, als es aussieht.&#8220;<br \/>\nAswig hockte noch immer da und reagierte nur schleppend. &#8222;Aber&#8230;&#8220;<br \/>\n&#8222;Du bist der Scout, mein Freund, h\u00f6rst du nichts?&#8220; Haram nickte in die Richtung des breiteren Ganges, aus dem wohl die Orks gekommen waren. &#8222;Schritte.&#8220;<br \/>\nAswig horchte auf. Haram hatte Recht, aber es klang nicht nach den schweren Tritten der Orks. &#8222;Wer auch immer da kommt, es ist jemand von uns.&#8220;<br \/>\n&#8222;Dann lass uns keine Zeit verlieren. Ich habe keine Ahnung, wo Trevvis ist, wo die anderen sind, aber wenn dem Kleinen etwas passiert, nachdem er dies hier abgezogen hat, &#8230;. komm!&#8220; Haram nahm die Seite mit dem Kopf, da er gr\u00f6\u00dfer und st\u00e4rker war, und sie gingen der anderen Gruppe entgegen.<\/p>\n<p>Sich immer wieder besorgt umsehend und lauschend ging die kleine Gruppe den Gang weiter. Vor Kurzem war das verzweilfelte Weinen von Kindern einer Kakophonie von schauerhaften Schreien gewichen, vermischt mit dem ohrent\u00e4ubenden Krach von zusammenst\u00fcrzendem Felsgestein. Fassungslos waren sie stehen geblieben und hatten beraten. Weitergehen oder doch zur\u00fcck zur H\u00f6hle. Sie waren sich uneins gewesen, vermissten sie doch keine Kinder aus ihrer H\u00f6hle. Doch schlie\u00dflich gab es noch andere Gruppen in anderen H\u00f6hlenbereichen und auch von Truston hatten sie keine Spur gefunden. Au\u00dfer Tjarn, der ihnen immer wieder versicherte, dass sein Sohn noch leben w\u00fcrde.<br \/>\nAls sie vor sich Schritte h\u00f6rten, verharrten sie unschl\u00fcssig und verteilten sich schlie\u00dflich zu beiden Seiten hinter Felsen, soweit diese Deckung boten. Doch waren es keine Orks, die letztendlich um die Biegung des Ganges kamen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geol war hundem\u00fcde und bewegte sich langsam. Erst vor Kurzem waren die ersten zu ihnen gekommen, die berichteten, wie es dem K\u00f6nig ergangen war. Sie hatten&#8230; gesiegt? Aber wie&#8230;? Die Berichte waren noch wirr. 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