{"id":4898,"date":"2016-08-10T08:36:30","date_gmt":"2016-08-10T06:36:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/?page_id=4898"},"modified":"2016-08-10T08:36:30","modified_gmt":"2016-08-10T06:36:30","slug":"unterwegs","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.falkenruhs-wacht.de\/wpr\/?page_id=4898","title":{"rendered":"Unterwegs"},"content":{"rendered":"<p>Dedhros fuhr mit einem leisen Schrei auf. Er sah sich mit aufgerissenen Augen um, konnte aber in der Dunkelheit wenig mehr erkennen als schattenhafte Umrisse. Trevvis neben ihm brummte. &#8222;Schon Zeit zum Aufbruch?&#8220; Er klang unwirsch, als er sich aufsetzte. Dann bemerkte er, da\u00df die anderen noch schliefen und Dedhros zitterte. &#8222;Was hast du, Junge?&#8220; fragte er leise. Dedhros antwortete nicht gleich. Er sah Trevvis forschend aus immer noch weit offenen Augen an, dann lehnte er sich an seine Schulter und wartete, da\u00df sein Herz ruhiger schlug. &#8222;B\u00f6ser Traum&#8220;, sagte er schlie\u00dflich. &#8222;Du hast mich w\u00fctend angesehen. Nicht gesprochen. Bitterb\u00f6se. Ich wu\u00dfte nicht, wieso. Ich konnte nicht fragen. Stumm. Konnte mich nicht bewegen. Ihr seid ohne mich aufgebrochen.&#8220; Er klang vorwurfsvoll, verletzt.<br \/>\nTrevvis seufzte. &#8222;Wir w\u00fcrden dich niemals im Stich lassen, Dedhros,&#8220; versicherte er.  &#8222;Es war so echt&#8220;, antwortete der Junge traurig.<br \/>\nEr klang so ungl\u00fccklich, wie ihn Trevvis noch nie geh\u00f6rt hatte. Es passte nicht zu ihm. Er schnaufte. &#8222;Und es war doch nur ein Traum. Glaub ihm nicht. Aber ich denke, ich wei\u00df, warum du so etwas tr\u00e4umst. Die ersten Tage nach Helms Klamm sind wir so langsam geritten, da\u00df wir Zeit hatten, einander kennen zu lernen. Die Pfade durch die Berge waren sch\u00f6n, und auch, wenn wir wenig Pausen gemacht haben, hast du doch immer Zeit gehabt, etwas mit Hamnath oder mir oder den anderen zu unternehmen. Rohin und Hereward haben wann immer es ging mit uns ge\u00fcbt, Aswig hat dir alles erkl\u00e4rt, was dir neu war, soweit war alles gut. Und dann kam Dunharg. Es hat mich ja schon aufgew\u00fchlt, das gro\u00dfe Heer, all die Menschen. Es tut mir leid. Ab dort, f\u00fcrchte ich, haben wir dir zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Seit drei Tagen geht es nur noch ununterbrochen schnell voran, immer tiefer in diese D\u00fcsternis hinein. Allen fehlt das Licht und es ist keine Zeit und keine Kraft \u00fcbrig gewesen f\u00fcr freundliche Gespr\u00e4che und f\u00fcr \u00dcbungen. Es tut mir wirklich leid. Ich habe kaum dar\u00fcber nachgedacht, wie es f\u00fcr dich sein mu\u00df. Du bist ja einer von uns. Aber&#8230; das bist du noch nicht lang. F\u00fcr dich ist es fremd, das sagt mir dein Traum, mit tausenden von M\u00e4nnern zu reiten, die bis vor kurzem deine Feinde waren und die deine Sprache nicht sprechen. Auch ich verstehe nur wenig davon und Aswig reitet ebenso schweigend und bedr\u00fcckt wie wir alle. Auf Helms Klamm haben wir unsere Lieben in den H\u00f6hlen hinter uns verteidigt. Aber wohin reiten wir jetzt? Immer weiter fort von allem, was du kennst. Es ist kein Wunder, da\u00df du dich da allein gelassen f\u00fchlst, wirklich nicht. Ich habe dich nie gefragt, was du \u00fcberhaupt wei\u00dft \u00fcber dies fremde Land Gondor, \u00fcber die Stadt Minas Tirith, \u00fcber Mordor, das uns bedroht. Ich habe selbst nur ganz unklare Vorstellungen davon, und da geht es mir wohl wie den meisten hier. F\u00fcr uns gen\u00fcgt es aber auch, zu wissen, da\u00df unser K\u00f6nig uns voran reitet und wir einen Eid geleistet haben, Gondor zu helfen. Und du&#8230; kommst mit uns, weil wir gehen. Es tut mir leid. Wirklich. Morgen fr\u00fch bitten wir Aswig, bei uns zu reiten. Er soll dir deine Fragen beantworten, so gut er kann.&#8220; Er hatte sehr langsam gesprochen, einige Worte ruhig oder in einfacherer Form wiederholt. Es schmerzte ihn, da\u00df die Sprache eine solche Barriere zwischen ihnen war, denn auch wenn Dedhros sie verstand, es war doch nicht leicht f\u00fcr ihn und zeigte ihm immer wieder deutlich, wo er war. Nun sah er den Jungen an, unsicher, ob es ihm gelungen war, ihn zu beruhigen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dedhros fuhr mit einem leisen Schrei auf. Er sah sich mit aufgerissenen Augen um, konnte aber in der Dunkelheit wenig mehr erkennen als schattenhafte Umrisse. Trevvis neben ihm brummte. &#8222;Schon Zeit zum Aufbruch?&#8220; Er klang unwirsch, als er sich aufsetzte. 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